Dr. Mariella Bastian

13.12.2018

Mariella Bastian für Dissertationspreis ausgewählt

Die ehemalige EBI-Mitarbeiterin Dr. Mariella Bastian erhält den diesjährigen Dissertationspreis der TU Dortmund für die Fakultät Kulturwissenschaften.

Dr. Mariella Bastian, ehemalige Mitarbeiterin am Erich-Brost-Institut für Internationalen Journalismus (EBI) und Absolventin des Institut für Journalistik der TU Dortmund, wurde für den diesjährigen Dissertationspreis der TU Dortmund für die Fakultät 15 (Kulturwissenschaften) ausgewählt.

Bastian blickt in ihrer Doktorarbeit auf eine Region, die selten im Blickfeld der medienethischen Forschung steht: Lateinamerika. Sie betrachtet die Beziehung zwischen Medien und Verantwortung (accountability) in Lateinamerika aus verschiedenen Blickwinkeln.

Die Studie präsentiert einen theoretischen Rahmen für die Analyse von Media Accountability (MA) außerhalb des globalen Nordens, und empfiehlt, hierfür Aufmerksamkeit auf die Beschaffenheit der Demokratie zu legen, ebenso wie auf Charakteristika des Mediensystems. Darüber hinaus wird dieser theoretische Rahmen auf die Situation in Brasilien, Argentinien und Uruguay angewendet. Durch eine multimethodische Studie, die sowohl qualitative als auch quantitative Ansätze integriert, werden Kontextfaktoren für das Entstehen von MA in den Untersuchungsländern identifiziert und beschrieben.

Zudem zeigt die Studie, dass MA-Instrumente - ausgehend von Akteuren wie Journalisten bis NGOs und Bürgern - in der untersuchten Region Fuß gefasst haben. Allerdings in unterschiedlicher Ausprägung. Einen besonderen Stellenwert nimmt der Bereich Medienkritik ein, der beispielsweise in Brasilien durch die hervorgehobene Rolle von Observatorien repräsentiert und gestaltet wird. Insbesondere der politische und wirtschaftliche Sektor beeinflussen deutlich die Entstehung von MA. 

Parallelen zu Südeuropa 

Die Studie identifiziert außerdem Grauzonen zwischen Regulierung und Selbst-Regulierung. Obwohl Experten einem gut strukturierten System von MA-Instrumenten und besonders einzelnen Instrumenten wie Ombudsleuten einen theoretisch hohen Stellenwert für die Entwicklung des Mediensektors und die Gesellschaft generell zuschreiben, sind diese Forderungen noch nicht breitflächig in der Praxis umgesetzt worden. Best-Practice-Beispiele zeigen eine erfolgreiche Kombination von MA-Instrumenten; sie sind allerdings nach wie vor mehr die Ausnahme als die Regel.

Schlussendlich werden die Ergebnisse vor dem Hintergrund von Forschungsergebnissen aus anderen Weltregionen interpretiert: Dabei treten Parallelen zu Südeuropa zutage, allerdings noch deutlichere Gemeinsamkeiten mit Ost- und Zentraleuropa.